Maren Kogge zählt zu den bekanntesten Gesichtern des deutschen Handwerks der letzten Jahre. Als Kirchenmalermeisterin hat sich Maren Kogge einen seltenen und hoch spezialisierten Berufsweg erarbeitet der weit über den klassischen Malerberuf hinausgeht. Ihre Geschichte zeigt wie Leidenschaft Ausdauer und der Mut zur Nische zu einer erfüllten beruflichen Laufbahn führen können.
Herkunft und erste Schritte
Maren Kogge stammt ursprünglich aus dem hessischen Gelnhausen. Schon während ihrer Schulzeit war ihr klar dass sie später einmal etwas Kreatives und Handwerkliches machen möchte. Nach dem Abitur begann für Maren Kogge eine Phase der Orientierung in der sie zahlreiche Praktika absolvierte. Sie sammelte Erfahrungen als Steinmetzin als Porzellanmalerin als Holzbildhauerin sowie als Bühnenmalerin und Bühnenplastikerin. Diese Vielfalt an Eindrücken half ihr dabei den für sie passenden Weg zu finden.
Durch einen Hinweis wurde Maren Kogge schließlich auf den Beruf der Kirchenmalerin aufmerksam. Von Anfang an war sie von diesem seltenen Handwerk fasziniert. In einem Betrieb in Oberbayern absolvierte sie ihre Ausbildung zur Maler- und Lackiererin mit Schwerpunkt Kirchenmalerei und Denkmalpflege. Diese Fachrichtung wird in Deutschland nur an einer einzigen Berufsschule unterrichtet nämlich an der Schule für Vergolder und Fassmalerhandwerk in München.
Meisterausbildung und eigener Betrieb
Zwischen 2016 und 2017 besuchte Maren Kogge die Meisterschule in München und schloss diese erfolgreich ab. Seitdem trägt sie den Titel Kirchenmalermeisterin. Nach ihrer Meisterausbildung wagte Maren Kogge den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete den Malermeisterbetrieb Kain und Kogge in Amerang im Landkreis Rosenheim. Mit ihrem Unternehmen hat sich Maren Kogge auf Restaurierung und Denkmalpflege spezialisiert und übernimmt zudem Aufträge im Bereich Fassaden und Raumgestaltung.
Ein Großteil der Projekte von Maren Kogge betrifft historische Bauwerke wie Kirchen Burgen und Schlösser. Mit Materialien wie Stuck Kalk Sandputz und Kreide erschafft sie feine Illusionen und gestaltet Skulpturen in denkmalgeschützten Räumen. Auf ein Projekt ist Maren Kogge besonders stolz. Am Schloss Herrenchiemsee war sie mit ihrem Team für restaurative Arbeiten im Eingangsbereich verantwortlich ein Auftrag der ihr fachliches Können eindrucksvoll unter Beweis stellte.
Miss Handwerk 2023
Ein wichtiger Meilenstein in der Karriere von Maren Kogge war die Wahl zur Miss Handwerk 2023. Die Krönung fand im März auf der Internationalen Handwerksmesse in München statt. Über ein Jahr lang vertrat Maren Kogge das gesamte Handwerk in der Öffentlichkeit und setzte sich aktiv für dessen Sichtbarkeit ein. Die Jury der Wahl setzte sich unter anderem aus Vertretern der Handwerkskammer und weiteren Persönlichkeiten aus der Branche zusammen wobei zusätzlich ein Online Voting sowie das anwesende Publikum über das Ergebnis mitentschieden.
Für Maren Kogge bedeutete der Titel weit mehr als eine reine Auszeichnung. Sie nutzte die Plattform um auf die Vielfalt der Handwerksberufe aufmerksam zu machen und junge Menschen für seltene Ausbildungswege wie die Kirchenmalerei zu begeistern. Zahlreiche Interviews Vorträge sowie eine Teilnahme an der Vox Fernsehreihe Guidos Dekoqueen folgten in dieser Zeit.
Engagement für Vielfalt im Handwerk
Neben ihrer handwerklichen Tätigkeit engagiert sich Maren Kogge intensiv für Diversität und Chancengleichheit in der Baubranche. Sie ist Botschafterin des Vereins Buntes Handwerk und setzt sich dort für die Sichtbarkeit von Frauen sowie queeren und nichtbinären Personen im Handwerk ein. Maren Kogge nimmt regelmäßig an Pride Veranstaltungen in verschiedenen deutschen Städten teil und ermutigt andere Handwerkerinnen und Handwerker sich dieser Bewegung anzuschließen.
In Interviews betont Maren Kogge immer wieder dass Frauen im Handwerk häufig noch nicht sofort ernst genommen werden auch wenn sich diese Situation langsam verbessert. Sie sieht in gemischten und diversen Teams einen klaren Vorteil da unterschiedliche Perspektiven Innovation und Kreativität fördern. Ihr Ziel ist es Vorurteile abzubauen und ein Arbeitsumfeld zu schaffen in dem sich alle Beschäftigten wertgeschätzt fühlen.
Öffentliche Präsenz und Ausblick
Über soziale Medien gibt Maren Kogge Einblicke in ihren Berufsalltag als Kirchenmalerin und teilt Fortschritte ihrer laufenden Restaurierungsprojekte. Ihre Reichweite nutzt sie bewusst um jungen Menschen zu zeigen dass eine handwerkliche Ausbildung viele Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung bietet. Auch im Podcast Motivation Handwerk verstehen sprach Maren Kogge offen über ihren Werdegang und ihre Beweggründe.
Aktuell sucht der Betrieb Kain und Kogge nach neuen Auszubildenden die sich für das seltene Handwerk der Kirchenmalerei begeistern lassen möchten. Damit setzt Maren Kogge ihr Engagement für den Nachwuchs im Handwerk fort und trägt aktiv dazu bei dass dieses traditionsreiche Gewerk auch in Zukunft erhalten bleibt.
Fazit
Der Werdegang von Maren Kogge zeigt eindrucksvoll wie aus einer frühen Leidenschaft für Kunst und Handwerk eine erfolgreiche und sinnstiftende Karriere entstehen kann. Von den ersten Praktikumserfahrungen über die Meisterausbildung bis hin zur Wahl als Miss Handwerk 2023 hat Maren Kogge ihren eigenen Weg konsequent verfolgt. Mehr anzeigen
